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Geschichte der Provence-Stoffe

1664 gründete Cobert die "Compagnie Française des Indes Occidentales". Aus Indien importierte er, durch den Freihafen Marseille, unter anderem gefärbte Stoffe. Diese waren in Frankreich sehr begehrt und teuer.

Um das einheimische Handwerk und die eigenen Interessen zu schützen wurde auf Betreiben vom Tuchproduzenten Louvois der Import 1696 verboten. Ab dann blühte der Schmuggel. Später wurde dann auch noch der Druck der Stoffe und der Gebrauch der Stoffe verboten. Da das Stoffdruck-Knowhow der Inder (und Perser) einmalig war, erlernte der Seereisende und Navigator Jean de Valdrôme in Indien das Druckhandwerk und brachte das Wissen mit zurück nach Frankreich.

Die Benutzung dieses neuen Wissens war die Geburt der provencalischen Stoffe (ca. 1740). Die urspünglichen indischen Ornamente wurden mehr und mehr durch landestypische Muster und Farben ersetzt. Diese Stoffe wurden in Frankreich "Indiennes" genannt. Ab 1759 wurden alle Einschänkungen aufgehoben. Diese Farben und Abbildungen sind auch teilweise in den Bildern von van Gogh und Cezanne zu sehen. Bis ca. 1980 gab es noch Druckereien, die die Herkunft noch im Namen trugen: "Indiennes de Nimes" und "Indiennes de Valence".

Heute sind die typisch indischen Ornamente teilweise verschwunden und die provencalischen Klassiker bestimmen den Stoff. Diese sind Lavendel, Oliven, Sonnenblumen, Zikaden, Mimosen, Zitronen und auch Weizen. Die Stoffe sind teilweise nach Orten und Regionen aus Südfrankreich benannt: Valensole, Apt, Trigance, Maussane, Menton, Paradou, Beausoleil, Manosque, Tourrette, Bandol, Moustier, Rians, Carpentras, Castillon, Côte d'Azur, Luberon, Lourmarin. Einige wenige auch noch nach Indischen Orten: Sirsa, Mangalore, Raipur. Und einige wurden nur nach Namen benannt: Marius, Orane, Rameu. Wenn Sie aber nur die provencalischen Orte der Stoffnamen (siehe oben) besuchen würden, werden Sie wunderschöne Impressionen der Provence bekommen.

Die Farben der Stoffe wurde auch durch die regionale Rohstofflage bestimmt. Das Ocker der Felsen von Roussillion / Vauculse ist ein sehr lichtbeständiges Färbemittel. "Ohkra" bedeutet im griechischen "gelbe Erde". Jedoch in Roussillion gibt es 17 verschiedene Farbnuancen. Safrangelb über orange bis zu ockerrot. Mein Stoff Bandol ocre ist die klassische Weiterführung dieser alten Farbtradition.

Alle diese Stoffe werden im Pigmentdruck hergestellt. Ein Klebeemulsion mit den Pigmenten wird per Druckwalze auf die Baumwolle gedruckt. Die nicht wasserlösliche Druckpaste wird auf dem Stoff getrocknet. Die Farbe ist mit der Faser verklebt und der Stoff ist problemlos mit 40°C waschbar.

Beim sehr aufwändigen Reaktivdruck wird eine wasserlösliche Farbe (Tinte) mit einer Druckwalze auf den Stoff aufgebracht. Der Stoff wird durchgefärbt und die Farbe bindet durch chemische Kräfte. (Wasserstoffbrücken - Säure mit Satz Anionen-Kationenbindung) Das Fixieren und Auswaschen der überflüssigen Tinte erfolgt mit heissem Dampf (102°C für 7-10 Minuten). Der Stoff muss mit "mindestens" 60 °C gewaschen werden, damit die Farbbrillianz erhalten bleibt. Die Valdrôme Stoffe werde alle im reaktiven Druckverfahren hergestellt.

Viele Stoffe werden als Streifenmuster "rayure" und gleichzeitig als "allover" (Ornamentmuster) coordonné gedruckt und sind somit perfekt kombinierbar. Heute werden die Stoffe mit großen Metallrollen oder mit Tellern an Rahmen (z.B. abgepasste Tischdecken) gedruckt.

Druckrolle
Roussilion Felsen
Druckrollen
Felsen von Roussilion
Druckvorgang
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